Sellstedter See und Seekanal

Pfeifenten am Sellstedter See (c) S. Pfützke

Andere Seen der Geesteniederung wie der Ringstedter See, der Altluneberger See, der Fleinsee und der Lavener See sind heute verlandet bzw. durch Wasserstandsabsenkungen insbesondere im Zuge von Gewässerausbau- und Meliorationsmaßnahmen trocken gefallen. Umso mehr stellt der verbliebene Sellstedter See und sein Umland ein besonderes Juwel dar für Pflanzen, Tiere und Menschen zugleich. Ein Teil des Gebietes ist als Fauna-Flora-Habitat- (FFH) Gebiete Nr. 21 „Sellstedter See und Ochsentriftmoor“ ausgewiesen.

Der rund 40 ha große Sellstedter See hat einen breiten Schilf- und Röhrichtgürtel und ist heute von Niedermoorgrünland, Hochstaudenfluren und Bruchwäldern umgeben.

Für nordische Schwäne und Gänse sowie andere Wasservogelarten hat er eine wichtige Bedeutung als Schlafgewässer. Fisch- und Seeadler jagen regelmäßig hier sowie an den Orten Polder Bramel und Polder Glies.

Mündung des Sellstedter Sees (c) H. Kunze/ BUND

Das Einzugsgebiet des Sees ist nicht zuletzt aufgrund von Deichbaumaßnahmen in den 1950/60er Jahren auf einen Bruchteil geschrumpft. Die seeufernahen Deiche und Grabensysteme isolieren ihn hydrologisch vom Umland. Mäandrierende Zuflüsse mit Frischwasserzufuhr, z. B. aus dem Ochsentriftmoor, existieren nicht mehr. Den einzigen Zu- bzw. Ablauf des Sees stellt der Seekanal dar, der den See mit der Geeste verbindet. Somit korrespondieren deren Wasserstände, die durch die Geeste tiden- bzw. tidensperrwerksabhängig sind.

Der Sellstedter See unterliegt seit jeher einer natürlichen Verlandungstendenz. Diese wird seit einigen Jahrzehnten jedoch spürbar verstärkt, da durch den breiten Seekanal zweimal täglich während der Sielschlusszeiten des Tidesperrwerks an der Geestemündung nährstoffbefrachtetes Geestewasser in den See strömt. Ein wichtiger Schritt zur Sanierung des Sellstedter Sees ist eine Reduzierung des bedeutenden Nährstoffeintrages. Hierzu hat der BUND Bremen ein Teilkonzept entwickelt (PDF).