Die Meerforelle in der Geeste

Die Meerforelle (Salmo trutta trutta) gilt als Stammform aller Forellenarten, doch ist sie heute vielerorts stark bedroht oder gar ausgestorben.

Meerforelle (c) I. Backhausen, H. Kunze/BUND
Meerforelle (c) I. Backhausen, H. Kunze/BUND

Denn als Wanderfisch zwischen Meer und Bach benötigt sie auf dem Weg zu ihren weit im Oberlauf liegenden Laichplätzen einen barrierefreien Aufstieg ohne Stauanlagen und verrohrte dunkle Bachabschnitte. Heute gibt es jedoch kaum mehr Fließgewässer ohne solche Hindernisse, so dass die Fische mit der Zeit immer seltener wurden. Dieses Schicksal teilt die Meerforelle zum Beispiel mit den Lachsen oder den Neunaugen.

Abhilfe schaffen sollen heute Fischtreppen, die Stauanlagen so gut es geht umgehen sollen, sowie das Entfernen von Verrohrungen. Die Durchgängigkeit wiederherzustellen ist für viele aquatische Lebewesen wichtig und daher eines der wichtigsten Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL).

Darüber hinaus benötigen Meerforellen beim winterlichen Ablaichen einen kiesigen Bachgrund. Die Eier gedeihen im Kieslückensystem und würden sonst weg schwimmen. Eine Vielzahl weiterer Wasserlebewesen ist auf diesen Mikrolebensraum ebenfalls angewiesen, doch ist auch dieser an vielen Orten selten geworden. Ursachen sind unnatürliche Übersandung oder Verschlickung sowie Ausbaggerung des Kieses bei der Unterhaltung der Gewässer.

Erfolg an der Geeste

Glücklicherweise hatte sich in der Geeste über die Jahrzehnte ein kleiner natürlicher Restbestand der Meerforelle halten können. Damit dieser nicht verschwand, hat ihn die Besatzgemeinschaft Geeste über Jahre gestützt durch Aussetzung von Jungfischen. In Kombination mit nachhaltigen Schutzmaßnahmen wie die Wiederherstellung der Durchgängigkeit und die Wiederanlage von Kieslaichbetten, z. B. am Nebenbach Grove, sind vor Ort erste Teilerfolge im Meerforellenschutz gelungen.

Der BUND Bremen setzt sich zum Beispiel mit dem Geeste-Projekt dafür ein, dass auch künftig die oftmals mehr als 100 cm großen Meerforellen kraftvoll ihre Laichgruben in den Kies der schmalen, flachen Bäche in der Geesteniederung schlagen können.