Statt Golden Delicious lieber Goldparmäne

BUND Bremen gibt Tipps zum Pflanzen alter Obstsorten

Der BUND Bremen empfiehlt Hobby-Gärtner*innen, jetzt einen oder mehrere Obstbäume alter Sorten zu pflanzen. Denn Obstwiesen sind ökologisch wertvolle Biotope und bieten bis zu 3.000 Pflanzen- und Tierarten, vor allem Insekten, einen wichtigen Lebensraum. Tipps zum Pflanzen können sich interessierte Laien bei einem speziellen Seminar am 11. November holen.

„Im Frühling verwöhnen Obstbäume uns mit ihrem Blütenzauber und in den Sommermonaten bis zur Erntezeit mit den reifenden Früchte“, wirbt Heike Schumacher, Biologin beim BUND Bremen, für mehr Obstbäume. „Nichts kann den Kreislauf des Lebens besser darstellen als ein Obstbaum im eigenen Garten.“ In Bremen gehörte noch vor wenigen Jahrzehnten zu beinahe jedem Bauernhof eine Obstwiese. Heute sind Obstwiesen und große Obstbäume in städtischen Gärten dagegen selten. „Damit gehen nicht nur wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere verloren, sondern auch viele schmackhafte, typische Bremer Obstsorten und vielfältige Erbanlagen“, bedauert Schumacher. Dieses Genreservoir gelte es für die Zukunft zu sichern, indem besondere Sorten, die sich als robust gegen Klimaveränderungen, Krankheiten und Schädlingsbefall erwiesen haben, weiter vermehrt werden. „Also lieber die Goldparmäne pflanzen als Golden Delicious“, meint die BUND-Vertreterin.

Wie pflanze ich einen Obstbaum?

Für die Neupflanzung von Obstbäumen gibt die Biologin einige Tipps: „Am Anfang steht immer erst einmal die Standortwahl. Humose Lehmböden mit ausreichender Nährstoff- und Wasserversorgung eigenen sich beispielsweise besser als trockene oder magere Standorte.“ Außerdem hätten die einzelnen Obstsorten unterschiedliche Ansprüche. Kirschen mögen es zum Beispiel auch trocken und flachgründig, Äpfel und Birnen bevorzugen dagegen eher mittlere Standorte. Lediglich die Zwetschge verträgt feuchte Böden. Wer mehrere Bäume pflanzen möchte, sollte zwischen ihnen je nach Sorte einen Abstand von mindestens 10 Metern belassen, damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern. Die ideale Pflanzzeit ist der Herbst, da die Bäume dann schon über den Winter Wurzeln ausbilden und im Frühjahr schließlich kräftig austreiben können. Eine Pflanzung ist aber grundsätzlich zwischen Oktober und März möglich. Allerdings sollte Frost gemieden werden. „Bei der Pflanzung sollte darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen mit einem Wühlmausschutz versehen ist“, betont Schumacher. „Auf keinen Fall sollte man die Pfähle als Stütze des Haupttriebes sowie den Verbissschutz vergessen. Andernfalls droht der Baum beim nächsten Sturm umzuknicken bzw. von Kaninchen angenagt zu werden.“ Nach einem ersten Pflanzschnitt benötigt der Baum nun regelmäßig Pflege. In den ersten fünf Jahren sollte die Baumscheibe offen gehalten, und in den ersten zwei Jahren der Baum bei längerer Trockenheit gegossen werden.

BUND-Seminar zum Obstbaum pflanzen

Weitere Tipps bietet das BUND-Seminar „Alte, hochstämmige Apfelbaumsorten pflanzen“ mit dem Biologen und Pomologen Michael Ruhnau am Samstag, 11. November 2017, 10 bis 14 Uhr. Er vermittelt anschaulich theoretische Grundlagen über den Aufbau eines Apfelbaumes, Wachstumsgesetze, Grundregeln beim Schneiden und Schnittwirkung. In der Praxis zeigt er die fachgerechte Obstbaumpflanzung: Größe des Pflanzloches, Pflanzschnitt, Saftwaage, Wühlmausschutz, richtiges Werkzeug u.v.m.. Veranstaltungsort ist die Kinder- und Jugendfarm, Am Lehester Deich 17-21, Borgfeld, 28357 Bremen. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Eine verbindliche Anmeldung ist wegen der begrenzten Teilnehmerzahl unbedingt erforderlich unter heike.schumacher@bund–bremen.net oder Tel.: 0421 / 79 00 20.

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