Obstwiesen

Streuobstwiese mit Pferd

Zu fällen einen schönen Baum,

braucht´s eine halbe Stunde kaum.

Zu wachsen, bis man ihn bewundert,

braucht er, bedenk´es, ein Jahrhundert!

                                              Eugen Roth

Obstwiesen erhalten - ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz

Obstwiesen mit traditionellen Hochstammobstbäumen werden in Süddeutschland Streuobstwiesen genannt. Zum einen, weil sie verstreut in der Landschaft zu finden sind, zum anderen, weil die Obstbäume selbst verstreut auf einer Wiese wachsen. Heute steht der Begriff Streuobstwiese für einen Naturraum der extensiv genutzt wird. Durch die Kombination von Grünland und offenen Gehölzen ergibt sich eine Strukturvielfalt, die über 3000 Pflanzen- und Tierarten, darunter vielen Insekten, einen einzigartigen Lebensraum bietet. Der Begriff Streuobstwiese wird in Bremen und in Norddeutschland allgemein nicht verwendet. Doch ob Streuobstwiese oder einfach nur Obstwiese, es sind ökologisch wertvolle Biotope, die durch ihren Rückgang stark gefährdet sind.

Obstwiesen sind Kulturlandschaften, die aus der bäuerlichen Nutzung heraus entstanden sind. Bei naturverträglicher (extensiver) Nutzung und Pflege leisten Obstwiesen einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Obstwiesen gewährleisten durch ihre Strukturvielfalt eine lebendige Artenvielfalt. Sie sind Rückzugsgebiete für viele Tiere und bieten etwa Vögeln, Fledermäusen, Schmetterlingen und seltenen Pflanzenarten einen Lebensraum.
Darüber hinaus dienen sie dem Erhalt alter, lokaler Obstsorten und können somit dazu beitragen, das „Genreservoir“ dieser wertvollen Obstsorten zu erhalten.

Noch vor einigen Jahrzehnten gehörte zu jedem Bremer Bauernhof eine Obstwiese oder ein Obstgarten. Heute sind Obstwiesen rar geworden. Sie mussten dem Städtebau weichen oder wurden für eine maschinengerechte Nutzung von Äckern oder Grünland gerodet. Des Weiteren bestand immer weniger Interesse, Obstbäume zu  pflegen und das anfallende Obst zu verarbeiten. Ende der 1970 er Jahre gab es sogar Prämien für das Abholzen von alten Obstbäumen, um den Intensivobstanbau zu fördern.

In Bremen gibt es im ländlichen Raum noch etwa 50 Obstwiesen, die es zu erhalten gilt. Wir suchen daher Helferinnen und Helfer, die Lust haben, sich mit praktischer Arbeit für den Erhalt von Obstwiesen in Bremen zu engagieren.

Auf den folgenden Seiten möchten wir sie über Obstwiesen im Allgemeinen und im Besonderen informieren. Sie erhalten Tipps zum Obstbaumschnitt, erfahren, wo sie Mostereien finden können, wo man Obstsorten bestimmen lassen, oder alte, lokale Obstbäume kaufen kann sowie viele weitere nützliche Informationen rund um die Obstwiese.

Der BUND bietet regelmäßig Fortbildungen zu Grundlagen der Obstbaumpflege an. Das aktuelle Fortbildungsprogramm finden Sie hier.



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Ihre Spende hilft.

Suche