Vögel schützen, nicht nur füttern!

BUND gibt Tipps zur richtigen Vogelfütterung und zum Vogelschutz im Garten

Rotkehlchen (Georg Wietschorke)

Während der kalten Jahreszeit werden Vogelfreunde wieder mit Meisenringen und Körnerfutter versuchen, den Vögeln im Garten und auf dem Balkon zu helfen. Doch der BUND Bremen sieht die Vogelfütterung kritisch. Nur in Einzelfällen kann sie hilfreich sein, da Vögel weniger durch Futterknappheit, sondern vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet seien. Die Vogelfütterung sei aber ein Beitrag zum Naturerleben, insbesondere in Städten und Siedlungen. Der BUND gibt jetzt Tipps, wie richtig gefüttert werden sollte. Mit etwas Glück stellen sich so bis zu 15 Vogelarten an der Futterstelle ein.

Futtersilo (Bernd Quellmalz)

„Sinnvoll ist das winterliche Füttern vor allem, wenn es dazu dient, Kinder und auch Erwachsene am Vogel¬häuschen mit unserer vielfältigen Vogelwelt vertraut zu machen“, ist Henning Kunze, Ornithologe des BUND Bremen, überzeugt. Auf jeden Fall sollte die Futterstelle regelmäßig gesäubert werden, damit sie sich nicht zu einem Infektionsherd entwickelt. Denn in den klassischen Futterhäuschen, in denen die Vögel beim Fressen sitzen, vermischt sich das Futter leicht mit dem Vogelkot. „In einem so genannten Futtersilo ist das Futter aber vor Verunreinigung durch Kot geschützt“, gibt der Vogelexperte einen Tipp. „Außerdem ist darin die Gefahr geringer, dass es nass wird und schimmelt.“ Mit speziellem Vogelfutter für Körner fressende Gartenvögel können gezielt Haussperling, Dompfaff, Buchfink oder der Stieglitz an das Silo gelockt werden. Diese Arten mögen ölhaltige, energiereiche Sämereien wie dunkle Sonnenblumenkerne oder Mohn. Weichfutterfresser, wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle kann man eine Zeit lang mit Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren erfreuen. Für Meisen schließlich sind die bekannten Meisenknödel oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit naturbelassenen Erdnüssen das richtige Angebot. „Beim Kauf von Vogelfutter sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, kein Körnerfutter mit Samen des für uns Menschen hoch allergenen Traubenkrauts Ambrosia zu kaufen. Dies breitet sich derzeit aggressiv aus“, warnt Kunze. „Außerdem dürfen keinesfalls gesalzene oder gewürzte Essensreste verfüttern werden. Sie können für Vögel tödlich sein.“

Viele Vogelarten in Deutschland sind bedroht, z.B. durch die Zerstörung ihrer Lebensräume. „Da hilft das zusätzliche Futterangebot leider nur wenig“, betont der Naturschützer. Grundsätzlich seien Vögel auf das jahreszeitlich wechselnde Futterangebot eingestellt. „Ein Zuviel kann das ökologische Gleichgewicht sogar ins Wanken bringen“, sagt Kunze. „So nehmen nur wenige Arten das Futter an. Kommen Standvogel-Populationen wie die der Kohlmeise damit vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie der seltene Trauerschnäpper und der Gartenrotschwanz bei ihrer Rückkehr nur noch wenige freie Nistplätze vor. Nachhaltiger können Vogelfreunde ihren Schützlingen helfen, wenn sie im Herbst Gartenstauden stehen lassen, heimische Gehölze pflanzen und Kompost- oder Laubhaufen anlegen. „So werden zum Beispiel Nischen für Insekten und ein Angebot an Wildbeeren geschaffen“, erklärt der Vogelkenner. „Das ist dann gelebter Vogelschutz.“

Weitere Informationen dazu in der BUND-Broschüre „Vögel im Winter - wie Sie ihnen am besten helfen können“; Bezug für 2,20 Euro unter Telefon 030/27586-480 oder im BUND-Laden: www.bundladen.de.



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