Flaggschiffe für eine vielfältige und gesunde Natur

Admiral-Schmetterling
Die Raupe des Admirals ist eng an Brennnesseln gebunden, der Falter saugt im Herbst gern an Fallobst im Garten.

Falter haben's schwer in Bremen

Es ist eine bedrückend lange Reihe von Namen - die Rote Liste der gefährdeten Schmetterlinge in Deutschland. Leider wird sie eher länger statt kürzer. In Großstädten wie Bremen haben Schmetterlinge einen besonders schweren Stand: Denn der Siedlungsraum des Menschen ist kaum Lebensraum für sie. Bebauungen und Verkehrserschließungen schränken ihre Refugien immer weiter ein. Eine der letzten Rückzugsräume für Falter in der Stadt stellen Gärten dar.

Doch leider geht es in vielen Gärten nicht gerade falterfreundlich zu: Exotische Pflanzen wie Scheinzypressen oder Rhododendren bestimmen das Bild. An diesen Arten kann kaum eine Raupe leben, weil Pflanzen aus anderen Kontinenten häufig giftig oder unbekömmlich für heimische Schmetterlinge sind. Zudem sind die meisten Gärten aufgeräumt wie die gute Stube im Haus: Alles ist sauber und ordentlich, aber auch ohne Falterleben.

Steriler Garten in Burglesum
Solche aufgeräumten Gärten bieten kaum einem Schmetterling ein Refugium.

Falterleben in Bremen

Im Stadtgebiet von Bremen kommen 35-40 Tagfalterarten vor, doch je nach Witterungsverlauf schwankt die Artenzahl von Jahr zu Jahr. Doch zu den Schmetterlingen gehören nicht nur die Tagfalter, sondern auch Nachtfalter und Kleinschmetterlinge, die beide in mehreren Hundert Arten in Bremen vertreten sind. Über diese beiden Gruppen ist in Bremen nicht viel bekannt.

Die Arten in Bremen besiedeln vor allem Gärten und öffentliches Grün, außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets vor allem Sumpf, Feuchtgrünland, Waldränder, Hecken, Saumbiotope oder Dünen und Halbtrockenrasen – in der Palette der Natur- und Kulturlandschaften, von nass bis trocken, finden sich jeweils eigene Artengemeinschaften.

Jeder kann etwas für Schmetterlinge tun – besonders im eigenen Garten

Der BUND versucht, die Situation der Schmetterlinge in Bremen zu verbessern. Dies können Sie auch, sofern Sie über eine Fläche Grün oder einen Garten verfügen: zum Beispiel das Saatgut für Blumenwiesen aussäen, eine Wildnisecke anlegen oder Stauden aus heimischen Pflanzen anpflanzen. Wenn zahlreiche heimische Pflanzenarten im Garten gedeihen, finden die Raupen frisches Futter, die Falter können Nektar aus Blüten saugen. Die Eier und Puppen der Schmetterlinge finden besonders in Hecken, Einzel- oder Gruppengehölzen, Reisighaufen oder in der Laubstreu Ruhe und Schutz.

Was jeder im Einzelnen tun kann, stellt unsere ausführliche Broschüre (pdf / 552 KB) zusammen. Je nach Gartentyp und -größe können Sie sich passende Schmetterlingstankstellen in Ihren Garten holen.

Schmetterlingstankstelle eines Waldorfkindergarten
Wie in diesem Kindergarten hat der BUND zahlreiche Schmetterlingstankstellen in Bremen angelegt.

Neue Tankstellen braucht das Land!

Der BUND hat an zahlreichen Stellen in Bremen so genannte Schmetterlingstankstellen eingerichtet:

  • Im Rablinghauser Uferpark stehen Inseln aus attraktiven Blütenpflanzen wie zum Beispiel Dost oder Wiesenflockenblume. Dort können Falter auftanken. Dieser Park ist mittlerweile die artenreichste Fläche in ganz Bremen, was Tagfalter betrifft.
  • In mehreren Seniorenheimen, Kindergärten und Schulen haben wir Wildblumenwiesen und Wildnisecken angelegt. Dort haben sich in kurzer Zeit artenreiche bunte Flächen entwickelt.
  • Wie verschiedene Schmetterlingstankstellen im eigenen Garten aussehen können, zeigt ein kleines Areal im Rhododendronpark Bremen (nahe des Schildkrötenterrariums) – sie stellen Modellflächen für alle Gartenbesitzer dar.
Kinder beobachten Schmetterlinge
Kinder beobachten voller Spannung die Entwicklung von Schmetterlingen in ihrem Klassenzimmer.

Raupenhotels, von Kindern betrieben

Kinder lassen sich für die geheimnisvollen Verwandlungen der Schmetterlinge spontan begeistern. Wenn sie mit eigenen Augen sehen, wie aus der Raupe - zum Beispiel des Kleinen Fuchs - eine goldfarbene Puppe und daraus ein farbenfroher Schmetterling wird, ist ihr Interesse für die Wunder der Natur oft fürs ganze Leben geweckt. Solche Erlebnisse tragen zu einem verantwortlichen Umgang mit der Erde bei. Deshalb bringt der BUND Raupen von "pflegeleichten" Arten in Kindergärten und Schulen, gibt Pflegehinweise und hilft bei der wochenlangen Betreuung der Schmetterlinge.

Und wie falterfreundlich ist Ihre nähere Umgebung?

Sie können selbst testen, ob in Ihrem Garten oder im Grün ringsum Schmetterlingstankstellen vorkommen. Dazu können Sie einen Test machen (pdf / 41 KB), der die falterfreundlichen Elemente checkt.

 

Weitere Informationen bei Jörn Hildebrandt, Tel. 0421 - 79 002 - 50.



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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