Ressourcen

Rohstoffe fürs Handy

Ressourcen sind u. a. Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Metalle. Die Menschheit verbraucht inzwischen übermäßig viele Ressourcen. Sie sind schon nach acht  Monaten verbraucht, obwohl sie für das ganze Jahr reichen müssten. Die Verteilung ist dabei sehr unterschiedlich, beispielsweise verbrauchen Europäer vier Mal so viele Ressourcen wie Afrikaner.

Um nachhaltig mit Ressourcen umzugehen, geht es auch darum den eigenen Konsum zu hinterfragen. Nutzungsdauer, faire Preise, Langlebigkeit, Umweltfreundlichkeit und Reparaturfähigkeit sind wesentliche Punkte. Ein bestimmtes Maß an Wohlstand ist wichtig, um im Leben zufrieden zu sein. Aber die Zufriedenheit nimmt nicht weiter zu durch Konsum und Besitz. Trotz dreifach höherer Wirtschaftsleistung hat sich die subjektive Zufriedenheit nach Umfragen in Deutschland in den letzten 30 Jahren nicht verändert.

Beispiel Mobiltelefon

Die Reise von Rohstoffen und Einzelteilen bis zum fertigen Handy

Ein Handy besteht aus ca. 60 unterschiedlichen Rohstoffen, darunter etwa 30 verschiedene Metalle. Die Metalle werden in vielen verschiedenen Ländern gewonnen, meist unter schlechten Arbeitsbedingungen. Die Arbeit ist oft gesundheitsschädlich und die Löhne sind sehr gering. Außerdem werden bei der Metallgewinnung große Mengen Energie, Wasser und Land verbraucht. In vielen Regionen wird um die Verteilung der begehrten Metalle sogar gekämpft. Ein Beispiel ist der Abbau von Coltan-Erz zur Gewinnung von Tantal (wertvolles Metall in Handys) in der Demokratischen Republik Kongo. Dabei werden Handys in Deutschland nur etwa 18 Monate genutzt und landen danach oft in der Schublade. So gehen die wertvollen Metalle verloren. Funktionstüchtige Handys sollten weiter genutzt, verschenkt oder verkauft werden. Kaputte Handys sollten zur Recyclingstation oder zum Anbieter zurückgebracht/-geschickt werden. Inzwischen gibt es auch ein „Fairphone“, das (soweit wie möglich) aus ökologisch und fair gewonnenen Rohstoffen besteht. Der gesamte Produktionsprozess ist nachhaltig, fair und transparent sein.

Beispiel Papier

Insgesamt ist Deutschland einer der größten Papierverbraucher weltweit (20 Millionen Tonnen pro Jahr). In Deutschland wird aber auch viel Papier produziert, lediglich die USA, China und Japan produzieren mehr Papier. Frischfaserpapier wird aus Holz gemacht und Recyclingpapier aus Altpapier. Das Holz stammt aus Wirtschaftswäldern, Urwäldern und Plantagen. Bereits 80 Prozent des weltweiten Urwaldbestandes stehen nicht mehr, das wirkt  dem Klimaschutz entgegen. Baumplantagen sind auch nicht bedenkenlos. Sie finden sich hauptsächlich in den Tropen und in den Subtropen. Teilweise werden die Plantagen auf abgeholzten Urwaldflächen errichtet. Das größte Problem der Plantagenwälder ist die Bedrohung der Artenvielfalt durch die Monokulturen. Zudem müssen die Plantagen viel bewässert und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, z. B. schnell wachsende Eukalyptus-Pflanzen. Die Folgen sind belastetes Grundwassermangel und -belastung.

Die Produktion von einer Tonne Frischfaserkopierpapier benötigt genau so viel Energie wie die Herstellung von einer Tonne Stahl. Damit ist die Papierindustrie der weltweit fünftgrößte industrielle Energieverbraucher. Für die Herstellung von Recyclingpapier werden 50% weniger Rohstoffe benötig, der Energieverbrauch ist nur halb so groß und es werden Zweidrittel weniger Wasser gebraucht. Generell gilt, je niedriger der Weißegrad des Papiers desto umweltschonender war die Produktion.

Tipps für Verbraucher

  • Bewusst umweltfreundlich einkaufen, z.B. ökologisch und faire Produkte
  • Ausschließlich Recyclingpapier kaufen (blauer Engel, Toilettenpapier, Küchenrollen, Schreib-, Mal-, Druckerpapier)
  • Bei Produkten auf Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit und Qualität achten  
  • Secondhand kaufen und Tauschbörsen nutzen
  • Elektrogeräte (Handy, TV, IT-Geräte und weiße Ware) zum Recycling bringen (Recyclinghof, Handys werden auch von Anbietern zurückgenommen)
  • Mehrwegverpackungen bevorzugen (Bsp. Mehrweg-Glasflaschen, auf Plastiktüten verzichten)