Abfall

Möglichst wenig Abfall zu produzieren, sollte das Ziel sein. In der Stadt Bremen fielen 2015 etwa 236.000 Tonnen Abfall aus Haushalten und Kleingewerbe an. Davon bestanden ca. 90.000 t aus Restmüll (SUBV, 2015). Restmüll wird meistens der Müllverbrennungsanlage zugeführt und kann nicht recycelt werden. Es ist wichtig den Restmüllanteil zu reduzieren und die Recyclingquoten zu erhöhen. So können wertvolle Rohstoffe zurück gewonnen werden und die Abfallmengen lassen sich verringern. Eine gute Abfalltrennung fängt schon zu Hause an.

Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht! Durch Mehrwegsysteme, anlageninterne Kreislaufführung von Stoffen, abfallarme Produktgestaltung, Wiederverwendung oder Langlebigkeit von Produkten kann Abfall vermieden werden.

Vorbereitung zur Wiederverwendung

Vorbereitung zur Wiederverwendung bedeutet, dass Abfälle durch wenig materialintensive und einfache Vorgänge (Prüfung, Reinigung oder Reparatur) so vorbereitet werden, dass sie wieder zu ihrem ursprünglichen Zweck verwendet werden können. Beispielsweise können noch funktionsfähige Gegenstände aussortiert oder durch kleinere Reparaturen wieder funktionstüchtig gemacht werden.

Recycling (stoffliche Verwertung)

Beim Recycling werden durch Zerkleinern und Sortieren Rohstoffe aus Abfällen zurück gewonnen, die sogenannten Sekundärrohstoffe. Sie werden für die Herstellung von neuen Produkten genutzt, z.B. werden aus alten Plastikflaschen wieder neue hergestellt oder aus Altpapier entsteht Recyclingpapier. Durch Recycling kann der Rohstoffverbrauch verringert und Energie eingespart werden.

Das Kompostieren zählt auch zum Recycling. Durch mechanische und biologische Einwirkungen werden organische Abfälle zu Kompost verarbeitet. Eine noch effizientere Variante ist die vorherige Vergärung von Bioabfällen, um daraus Biogas zu gewinnen und anschließend zu kompostieren. 

Energetische Verwertung und Müllverbrennung

Müllverbrennung im Mittelkalorik-Kraftwerk

Bei der energetischen Verwertung wird im Zuge der Müllverbrennung Strom und Wärme gewonnen. Übrig bleiben giftige Verbrennungsrückstände (die sogenannte Schlacke). Außerdem entstehen umweltbedenkliche Gase, Stäube und Rußpartikel, welche aufwendig abgefiltert werden müssen. Insgesamt sind die Verbrennungskapazitäten in Deutschland zu groß. Das führt dazu, dass Müll zum Verbrennen importiert wird. Die Müllheizkraftwerke (MHKW) und das Mittelkalorik-Kraftwerk sind auch in Bremen und Bremerhaven nicht mit Bremer Müll ausgelastet. 2015 wurden ca. 324.000 Mg Müll aus Großbritannien, Irland Niederlande und Schweiz in Bremen importiert, wovon fast 90% energetisch verwertet wurde.

Im Mittelkalorik-Kraftwerk werden sogenannte Sekundärbrennstoffe (Sortierreste aus Papier, Kunststoff, Holz und Verpackungsresten) mit einem höheren Heizwert (14 Mg) als bei gewöhnlichen MHKWs verbrannt. Durch die Stromproduktion hier können 90.000 t Kohle eingespart werden.

Beseitigung (Deponierung)

Die Abfallbeseitigung steht in der Abfallhierarchie an letzter Stelle. Der Abfall wird verbrannt  und/oder deponiert. Als Mülldeponien werden technische Einrichtungen bezeichnet, in denen Abfälle bis auf wenige Ausnahmen endgelagert werden. Durch Abdichtungssysteme soll eine möglichst umweltfreundliche Lagerung erreicht werden. Neuerdings müssen Abfälle thermisch vorbehandelt werden, bevor sie auf Deponien gelagert werden dürfen. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Volumenreduzierung des Abfalls. Das ist sinnvoll, da die Deponiefläche gerade in Ballungsgebieten begrenzt ist. Im Land Bremen gibt es die Blocklanddeponie und die Deponie Grauer Wall (Bremerhaven).

Gelber Sack/Tonne

In den gelben Sack gehören Verpackungen, so sollen Plastik und Metalle stofflich verwertet (recycelt) werden. Laut Umweltbundesamt werden jedoch nur 35 % Kunststoffe aus privaten Haushalten stofflich verwertet. Der Rest wird energetisch verwertet. Der Anteil, der stofflichen Verwertung sollte  durch Einführung der Wertstofftonne erhöht werden. Hier können nicht nur Verpackungen aus Plastik und Metall, sondern auch andere Gegenstände aus Plastik und Metall entsorgt werden. So können die Recyclingquoten dieser Stoffe erhöht werden.

Forderungen des BUND

  • höhere Recyclingquoten
  • keine Müllimporte
  • effiziente Abfallberatung
  • Ausdehnung der Holsysteme (z.B. beim Sperrmüll, Elektroschrott)
  • Nutzung von Biogas aus Bioabfall und Stärkung der Eigenkompostierung
  • Recyclinggerechtes Design sowie Modulbauweise bei Produkten 

Weitere Infos: siehe Position des BUND Bundesverbands

Tipps für Verbraucher

  • Bei Produkten auf Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit und Qualität achten
  • Secondhand kaufen und Tauschbörsen nutzen
  • Mehrwegverpackungen bevorzugen (Bsp. Mehrweg-Glasflaschen, auf Plastiktüten verzichten)
  • Ausschließlich Recyclingpapier kaufen (blauer Engel, Toilettenpapier, Küchenrollen, Schreib-, Mal-, Druckerpapier)
  • Elektrogeräte (Handy, TV, IT-Geräte und weiße Ware) zur Recyclingstation bringen
  • Müll trennen (Altpapier, Glas, Batterien, Plastikverpackungen, Bioabfall). Weitere Informationen gibt es unter Entsorgung kommunal.